Soltau. Der erste Bauabschnitt der Sanierung der St.-Johannis-Kirche in Soltau wurde Mitte vergangenen Jahres abgeschlossen. Seitdem ist das historische Gebäude barrierefrei erreichbar. Außerdem wurden Gemeindesaal und Gruppenraum saniert und erhielten neue Zugänge.
Im Frühjahr kommenden Jahres sollen die Bauarbeiten fortgesetzt werden. Dann geht es an die Substanz des Gebäudes, insbesondere an eine energetische Sanierung sowie an die Restaurierung der historischen Wand- und Deckengemälde. Mehr als eine Million Euro werden dafür benötigt.
Die Hälfte davon wurde in der vergangenen Woche vom Haushaltsausschuss des Bundestags freigegeben: 520.000 Euro erhält die Gemeinde aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes, das bundesweit dringend sanierungsbedürftige und bedeutende Kulturdenkmäler unterstützt.
„Wir haben mit der überregionalen Bedeutung der Liegenschaft und mit einem fachlich überzeugenden Antrag punkten können“, sagt Mathias Ernst. Damit sei ein erster wichtiger Schritt zur finanziellen Sicherung des Projekts gelungen. Ernst ist Museumschef in Soltau und erfahren in der Beantragung von Fördermitteln. Er unterstützt den Bauausschuss der St.-Johannis-Gemeinde. Dort arbeiten die Kirchenvorstandsmitglieder Carin Kreipe, Dorothee von Felde, Carola Hüttmann und Dorothee Harbart sowie das ehemalige Mitglied Franz-Otto Wiehenstroth mit. Eng eingebunden sind außerdem das Amt für Bau und Kunstpflege der Landeskirche sowie das Landesamt für Denkmalpflege. Von dort gab es eine klare Befürwortung der Maßnahme gegenüber dem Bund, so Ernst.
Wie dringend die Arbeiten sind, zeigt ein Blick Richtung Altar. Das dortige Gemälde des Malers und Grafikers Rudolf Schäfer aus dem Jahr 1921 bröselt von der Wand. Aus der Ferne ist das kaum zu erkennen. Aus der Nähe wird jedoch deutlich, dass die Farbfassung bereits stark ausgetrocknet und teilweise pulverisiert ist. Bevor eine Reinigung möglich ist, muss die Farbe zunächst restauratorisch gesichert werden.
Etwas besser ist der Zustand des Deckengemäldes von Carl Wiederhold aus dem Jahr 1907, sagt Kreipe. Es wurde mit Ölfarben ausgeführt und soll gereinigt sowie aufgefrischt werden. Warum das Projekt so teuer ist, zeigen allein die Kosten für das Gerüst im Kircheninnenraum: Für die Arbeiten an der Decke sind bereits rund 150.000 Euro eingeplant.
Von der Sanierung des Kirchengebäudes hängt auch die Instandsetzung der Orgel aus dem Jahr 1968 ab. An ihr wird bereits seit Jahren gearbeitet. Wegen der zu erwartenden Staub- und Schmutzbelastung steht nun jedoch fest: Zunächst muss der Innenraum saniert werden. Erst danach kann die Orgel überarbeitet werden. »
Anja Trappe, Böhme Zeitung, Donnerstag, 12. März 2026