St.-Johannis

offene Kirche

Die St. Johanniskirche ist regelmäßig im Rahmen der Offenen Kirche zugänglich. Montag - Samstag von 9 bis 16 Uhr steht die Kirche Besucherinnen und Besuchern offen.

Die Kirchengemeinde freut sich über diesen Schritt zurück zur offenen Kirche und dankt herzlich allen Ehrenamtlichen, die für das sichere Schließen sorgen.

Als kleines Highlight liegen nun auch druckfrische Ansichtskarten mit neuen Motiven der St. Johanniskirche aus. Diese können gegen einen kleinen Spendenbetrag vor Ort erworben werden.

Mehr zur St.-Johannis-Kirche Soltau

Die St. Johanniskirche ist die älteste Soltauer Kirche. Sie wird 1464 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Da trat an die Stelle einer Holzkirche ein steinerner Bau, der 1597/98 noch einmal erweitert wurde. 1755 wurde sie abgerissen und eine spätbarocke Saalkirche errichtet. 1849/50 wurde der Turm gebaut. In der Weihnachtsnacht 1906 brannte diese Kirche völlig aus. Es blieben nur die Außenmauern erhalten.

Nach dem Brand wurde die Kirche im neubarocken Stil des Konsistorialbaumeisters Wendebourg wieder aufgebaut und konnte
1908 eingeweiht werden. 

Die gegenwärtige Außenansicht entspricht im Wesentlichen der von vor 1908. Die Höhe des Turms beträgt 68 Meter.

1972/73 wurde der Kirchenraum nach Plänen des Kirchenbaudirektors Müller umgestaltet. Die Kirche war mit ihren mehr als 1000 Sitzplätzen für die regelmäßigen Gottesdienste zu groß geworden. Bei der Umgestaltung
wurden in den alten Kirchenraum sieben Gemeinderäume eingebaut. Der Altar wurde von seinem Platz im östlichen Chorraum an die Südwand verlegt, wo er schon vor dem Wiederaufbau von 1908 gestanden hatte.

Der Altar an der Stirnseite zieht den Blick auf sich. Das Mosaik stellt das Lamm (Christus) auf dem Buch mit den sieben Siegeln dar (Offenbarung 5). Die Kreuzesstandarte, die das Lamm hält, ist das Siegeszeichen des auferstandenen Christus.

Ein spätmittelalterliche Altarkruzifix ist nur während der Gottesdienste zu sehen.

Die Altarwand wurde vom Rotenburger Maler und Grafiker Rudolf Schäfer gestaltet. Die Gemälde sind Hauptbestandteil des 1921 entstandenen Denkmals für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder der Soltauer
Kirchengemeinde. Kirchenraum und Wandbilder werden durch neoklassizistische Architekturmalerei verbunden. Thema der Bildkomposition ist das Opfer. In der Mitte steht das symbolische Opfer von Leib und Blut Christi bei der Einsetzung des Abendmahls.

Die Seitenbilder enthalten alttestamentarische Szenen aus den Abrahamsgeschichten: Links die Begegnung Abrahams mit Melchisedek (1. Mose 14). Der Priesterkönig Melchisedek reicht dem heimkehrenden
Heerführer Brot und Wein. Rechts ist Abraham mit seinem Sohn Isaak zu sehen. Auf dem Berg besteht Abraham eine Glaubensprüfung.

Im Jahre 1968 vollendete die Firma Hammer aus Hannover in der St. Johanniskirche eine Orgel mit 40 Registern, verteilt auf vier Werke:
Pedal-, Haupt-, Ober- und Brustwerk. Das Instrument steht in einem von 1908 stammenden Gehäuse (Vorgängerorgel: Furtwängler & Hammer), das durch zwei Pedaltürme erweitert wurde. 1994 wurde das Werk von der Berliner Firma Schuke grundlegend renoviert und neu intoniert. Es ist heute das größte Instrument im Kirchenkreis.

Das Deckengemälde des Hannoveraner Malers Carl Wiederhold aus dem Jahre 1907 ist zusammen mit Altartisch, Taufstein, Evangelistenfiguren an der Kanzel, Orgelprospekt und Emporenbrüstung Teil der auch nach 1973 erhaltenen neubarocken Kirchenausstattung.

Das Gemälde stellt Christus auf dem Thron der Herrlichkeit dar. Jesus Christus thront auf dem Regenbogen vor einer großen Sonnenscheibe, seine rechte Hand ist zum Segen erhoben. Seine linke Hand hält ein aufgeschlagenes Buch mit dem ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets: Alpha und Omega (vgl. Offenbarung 21,6: „Ich bin das A und O, der Anfang und das Ende.“).

Während er über Satan triumphiert, ist er umgeben von den an ihren Symbolen zu erkennenden Evangelisten: Johannes (Adler), Lukas (Stier),
Matthäus (Engel) und Markus (Löwe).

Unterhalb der Evangelistengruppen stellen drei Engel die göttlichen Tugenden dar: Glaube (Kreuz), Liebe (Herz) und Hoffnung (Anker), (vgl. 1. Korinther 13).

Das besonders klangvolle a-Moll-Geläut stammt aus dem Jahr 1907 und besteht aus der großen 3,65 t schweren Christusglocke, der mittleren Lutherglocke und der kleinen Paul-Gerhardt-Glocke. Die Glocken tragen als Inschrift jeweils Teile aus dem Gotteslob der Engel in der Weihnachtsgeschichte (Lukas 2,14): „Ehre sei Gott in der Höhe“ – „Friede auf Erden“ – „Den Menschen ein Wohlgefallen“.

Das Geläut der St. Johanniskirche gilt unter Fachleuten als eines der schönsten Deutschlands.

Wo?

St.-Johannis-Kirche Soltau

Bahnhofstraße 13

29614 Soltau

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